Kreisausbildung startet wieder durch

Viel Betrieb war am vergangenen Samstag auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Brake. Grund dafür waren gleich zwei Lehrgänge: das Gefahrgutseminar, das vom Umweltzug durchgeführt wird und der Lehrgang Atemschutzgeräteträger, mittlerweile der 96. in der Wesermarsch.
Das Gefahrgutseminar wird von den Gefahrgutspezialisten der Kreisfeuerwehr für alle Ortsfeuerwehren der Wesermarsch angeboten. Hier wird ein Grundwissen über den Umgang mit Gefahrstoffen vermittelt, außerdem wird die Technik und Arbeitsweise des Umweltzuges vorgestellt. Der Einsatzalltag zeigt, dass dieses Wissen auch bei kleineren Wehren wichtig ist. Immer wieder werden an unvermuteten Orten Gefahrstoffe angetroffen, die in Art und Menge deutlich über den normalen Vorrat in Haushalt und Werkstatt hinaus gehen.

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Oft sind es die bei Brandeinsätzen unter Atemschutz vorgehenden Kräfte, die beim sogenannten Innenangriff unerwartet auf solche Gefahrgüter treffen. Deswegen wird bei der Ausbildung neuer Atemschutzgeräteträger auch besonderen Wert auf mögliche Gefahren an der Einsatzstelle eingegangen. So auch beim letzten Lehrgang, den 23 Kameradinnen und Kameraden mittlerweile bestanden haben. Wer zu diesem Lehrgang möchte, und das möchte wohl jede junge Feuerwehrfrau oder -mann, der muss zunächst eine ärztliche Untersuchung einschließlich Belastungstest bestehen. Danach geht es zum Lehrgang. Hier gilt es viel Wissen rund um die Atmung, verschiedene Geräte und Filter aber vor allem ganz viel Einsatztaktik zu erlernen. Besonders wichtig ist aber die praktische Ausbildung. Einsatz unter Atemschutz bedeutet meistens auch, dass es besonders anstrengend wird: Menschenrettung, Schläuche durch Treppenhäuser ziehen, schlechte Sicht durch Brandrauch und natürlich die Hitze des Feuers. Deswegen mussten die Teilnehmer auch im Lehrgang schon zeigen, dass sie belastbar sind. Unter anderem bei mehreren Durchgängen in der sogenannten „Strecke“: eine Art Hindernisparcours in dessen Verlauf durch enge Röhren und Öffnungen, durch Luken und über Leitern geklettert werden muss. Das alles bei sehr schlechter Sicht durch Diskonebel und lauten Geräuschen aus Lautsprechern, um eine ähnliche Situation wie an einer Einsatzstelle zu schaffen. Wer all diese Strapazen absolviert und am Ende noch einen schriftlichen Test besteht, der darf sich Atemschutzgeräteträger, kurz AGT, nennen und als solcher eingesetzt werden.

Den Teilnehmern des Seminars wurde gezeigt, wie im CSA Messgeräte genutzt werden
Den Teilnehmern des Seminars wurde gezeigt, wie im CSA Messgeräte genutzt werden
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Teilnehmer und Ausbilder des 96. AGT-Lehrgangs in Brake