Feuerwehr probt den Ernstfall

Großalarm auf dem Gelände der Firma Deutsches Milchkontor (DMK) in Strückhausen: über zwei Gebäuden steigt schwarzer Rauch auf, mehrere Personen machen auf sich aufmerksam. Sie sind durch das Feuer auf dem Dach gefangen. Der Pförtner reagiert sofort und ruft die Feuerwehr. Alarmiert werden jedoch nicht die örtlich zuständigen Feuerwehren, sondern Kräfte der  Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Wittmund. Spätestens jetzt wird klar: es handelt sich um eine Übung. Um die auswärtigen Kräfte einzusetzen, wurde angenommen, das alle Ovelgönner Kräfte bereits bei einem Flächenbrand im Einsatz sind. Die Kameraden aus Wittmund sind zufällig in der Nähe und kommen zum Einsatz. Vor Ort erfolgt eine kurze Lageeinweisung durch Übungsleitung und Beobachter. Es gibt mehrere Einsatzschwerpunkte. Auf zwei Gebäuden ist im Dachbereich durch Bauarbeiten Feuer ausgebrochen. Hier müssen insgesamt sechs Personen gerettet werden, teilweise über vorhandene Treppen, aber auch über Leitern. Ein Verletzter muss in eine Trage eingebunden und mit Seilen abgelassen werden. Bei Menschenrettung und Brandbekämpfung musste Atemschutz getragen werden, körperliche Höchstleistung bei den warmen Temperaturen am Samstag. Für die Brandbekämpfung musste eine Wasserversorgung mit mehreren Leitungen über knapp 500 Meter Länge hergestellt werden. Hierfür wurde ein spezieller Schlauchwagen aber auch die auf den Löschfahrzeugen mitgeführten Schläuche genutzt. Um genügend Wasser auf die Dächer bekommen zu können, mussten Zwischenpumpen eingebaut.
Eine dritte Einsatzstelle war im Bereich der Kläranlage der Firma. Hier musste kontaminiertes Löschwasser aufgefangen und eine Ausbreitung in umliegende Gräben verhindert werden. Im Einsatz waren rund 110 Feuerwehrmänner und -frauen mit 22 Fahrzeugen.
Nach rund zwei Stunden waren alle Aufgaben abgearbeitet. Es folgte eine kurze Nachbesprechung. Hartmut Schierenstedt, stellvertretender Kreisbrandmeister der Wesermarsch und Übungsleiter, zeigte sich zufrieden mit der Abarbeitung der Aufgaben. Gleichzeitig sei bei der Übung aber auch klar geworden, wo noch Verbesserungsbedarf bei den Einsatzkräften bestehe. Auch Jan-Gerd Wefer, Brandschutzbeauftragter von DMK, zeigte sich zufrieden mit der Übung. Nachdem in den letzten zwei Jahren am Standort Strückhausen viel Geld investiert und das Werk grundlegend umgebaut wurde, sei eine solche Großübung ein guter Stresstest für den Brandschutz. Hier sei man auf einem sehr guten Stand, auch durch die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Ovelgönne.

 

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